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Sprachpolitik
Die Sprachpolitik bezeichnet alle Maßnahmen und Regeln, mit denen der Gebrauch von bestimmten Sprachen (Sprachstatusplanung) oder ein bestimmter Gebrauch von Sprache durch Sprachregelung
vorgeschrieben wird. Sprachstatusplanung findet vornehmlich auf
politischer Eben in Staaten und Organisationen statt, Sprachregelung in
der Praxis nur innerhalb von Staaten.
Maßnahmen und Regeln, welche auf den Status und die gesellschaftliche Funktion mehrerer Sprachen, also insbesondere in mehrsprachigen Ländern und internationalen Organisationen, Einfluß nehmen, werden als Sprachenpolitik bezeichnet.
Sprachpolitik ist umstritten. Bis zur gescheiterten Rechtschreibreform 1996 sowie den Reformen der Reform richtete sich etwa im deutschsprachigen Raum der Duden nach der Sprachpraxis. 1996 versuchte der Staat bzw. die Staaten, die sich auf Rechtschreibarchitekten einließen, eine Rechtschreibung zu verordnen und griff damit auch in die Sprache ein, weil etwa Getrennt- und Zusammenschreibung vor der Rechtschreibreform bei vielen Wörtern unterschiedliche Bedeutungen kennzeichneten.
Der Versuch der Politik, in die Sprache einzugreifen, endete in einem Desaster.
Angeblich soll es in modernen Staaten unvermeidlich sein, Sprachpolitik zu betreiben, da wichtige Funktionen des Staatssystems (wie Justiz und Bildungswesen) auf Sprache zurückgreifen.
Das Rechtschreibreformdesaster hat jedoch gezeigt, daß man Sprache nicht verordnen kann. Schon Mao war daran gescheitert (chinesische Rechtschreibreform).
Mehrsprachigkeit
In mehrsprachigen Staaten und auch angesichts des
wachsenden anderssprachigen Bevölkerungsanteils in vielen Ländern birgt
Sprachpolitik Probleme.
Deren Gründe sind die enge Bindung jedes Menschen und Kulturkreises an seine Sprache; eine Einmischung von außen in diese Beziehung kann sich negativ für das Individuum, aber auch für die gesamte Gruppe von Sprechern einer untergeordneten Sprache auswirken.
Login Letzte Änderung:
September 04. 2010 11:25:54
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