Neusprech > Dysphemismus
Dysphemismus
Ein Dysphemismus ist ein Stilmittel der Sprachmanipulation, bei welchem ein neutraler oder auch beschönigender Ausdruck durch einen, der eine negative Wertung einschließt, ersetzt wird. Ein Motiv kann Manipulation sein, mit der Absicht, dass das Negative anschließend als selbstverständlich empfunden wird.
Das Gegenteil einer solchen Wortverwendung ist der Euphemismus.
Wenn beispielsweise ein Widerstandskämpfer gegen eine mißliebige Staatsmacht euphemisierend als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet wird, könnte der entsprechende Dysphemismus „Terrorist“ sein.
Die Wirkung kann auch durch Diminutiv-Suffixe erreicht werden, zum Beispiel: „Jüngelchen“, „frömmeln“, ebenfalls durch rassistisch gefärbte Begriffe, die als scheinbare Übernahmen aus anderen Sprachen auftreten (z. B. durch den polonisierenden Neologismus „Radikalinski“ statt „Radikaler“).
Ein Dysphemismus kann auch eine als Stilmittel eingesetzte Pejoration sein.
Auch bei der Sprachmanipulation mittels Dysphemismus werden Zwecke verfolgt. Z. B. die "software"-Industrie bzw. "software"-Konzerne haben das Wort "Raubkopie" erfunden, um Lizenzverletzungen zu kriminalisieren.
Selbstverständlich hat eine Lizenzgebühr nicht das geringste mit dem Straftatbestand Raub zu tun.
Der Begriff wurde aber von der "software"-Industrie erfolgreich propagandiert und die Lizenzverletzer erfolgreich kriminalisiert
Login Letzte Änderung:
September 04. 2010 11:25:54
Powered by CMSimple